Kommentar zur Fotoausstellung von Jaakko Heikkilä

In der Stadtgalerie Kiel kann man von 17.09.2011  bis 13.11.2011 eine Foto-Ausstellung von den finnischen Fotograf Jaakko Heikkilä unter dem Titel „SILENT TALKS”, betrachten. Die Fotografien stellen Menschen, die zu den Minderheiten gehören. Minderheiten, die im Schatten der Machtkulturen leben.

Wir kommen in die Stadtgalerie  hinein und von dort sehen wir schon die ersten Fotografien. Sie sind riesig, vor allem die Gesichter der unterschiedlichen Menschen, die sie darstellen. Zuerst sind es die Porträts: von einer älteren Frau und von einem schlanken Mann, “ohne” Alter, die beiden Personen wurden vor einer Mauerwand fotografiert. Unsere Aufmerksamkeit konzentriert sich sofort auf die einzelnen Details der Menschen. Das erste was mir ins Auge fällt, sind die Hände des Mannes. Sie sind im Vergleich zu den Rest des Körpers einfach “zu groß”. Ich betrachte das Bild und frage mich: was für eine Arbeit hatte seine Hände so stark ausgeprägt?

Weiter sehen wir ein Foto, das den Namen: “Grigoris`s Küche” (Russland 1999) hat. Bunte Teppiche, gemusterte Bettdecken, ein blauer Kaminofen, jeder einzelne Zentimeter ist bunt gestaltet.

Die nächsten Bilder zeigen Menschen, die auf dem Land in Afghanistan, Rumänien, Russsland als Minderheiten leben. Da sehen wir auf einem Foto in einem Raum versammelte alte Frauen, alle in schwarzen Kleider, die um einen gestorbenen Mann trauern.

Der Künstler konzentriert sich sehr auf den Menschen, auf das, was für eine Geschichte sie zu erzählen haben. Er  lässt sich auf diese Menschen sehr einfühlsam ein und schafft dadurch eine sinnliche, vertraute Atmosphäre. Deswegen ist es ihm möglich,  Personen sogar in intimen Situationen, wie z.B. beim Schlafen zu fotografieren. Die Ausschnitte des Lebens, die wir auf seinen Fotografien betrachten, bringen uns zum Nachdenken.

Das was meine Aufmerksamkeit besonders erregt hat, waren neun Portraits von Seehundjägern. Obwohl es neun unterschiedliche Männer sind,  haben sie etwas Gemeinsames: Ihre Entschlossenheit in den Augen.

Man betrachtet die Bilder und stellt sich Fragen, die man selber beantworten muß. Die Ausstellung von Jaakko Heikkilä ist eine Art der Dokumentation über individuelle Menschen Geschichten, mit ihrem Schicksal, ihrer Verzweifelung und ihrer Einsamkeit.

(Kommentar B.Rinc)