Das Restaurierungszentrum in der Kaiserstrasse

Michael und Dennis von Radio Gaarden waren dieses Mal im Restaurierungszentrum Kiel. Wir sprachen mit Herrn Leonhardt.
Viele Bürger gehen sicher häufig an diesem Klinkerbau vorbei und wissen überhaupt nicht was und wer sich in diesem Gebäude aufhält und was denn so darin vorgeht . Also, es liegt an der Ecke Werft- und Kaiserstraße und ist ein wahrlich imposantes Haus, welches im Jahr 1929 in Betrieb genommen wurde. Vielleicht sieht es von außen ein wenig düster aus, jedoch ist es von innen ausgesprochen hell und freundlich.
Ursprünglich war es einmal ein Krankenkassengebäude, das im Untergeschoss medizinische Bäder aller Art, im ersten Obergeschoss Räume für den Vertrauensarzt und die Lichtbehandlung, im zweiten Obergeschoss befanden sich drei Dienstwohnungen und im Dachgeschoss gab es die sogenannte Liegehalle, sowie Aktenräume.

Das Restaurierungszentrum in der Kaiserstrasse 4

Anfang 2011 bekam das Haus neue Besitzer. Es waren freiberufliche Restauratoren verschiedener Fachbereiche die hier ihre Atelierräume und Werkstätten bezogen und das Restaurierungszentrum gründeten. Sie verstehen sich als Ansprechpartner für alle Fragen der Restaurierung. Die Interdisziplinäre Zusammenarbeit, die langjährige Erfahrung sowie die direkte Kommunikation bieten daher viele Vorteile.
Es werden im Haus regelmäßig Vorträge und Veranstaltungen abgehalten. Am Tag des Denkmals (der nächste findet am 09.09.2012 statt), bei den Kieler Ateliertagen und u.a. den Gaardener Kulturtagen öffnet sich das Haus für interessierte Besucher.
Auf die Frage, was sich denn hinter dem Begriff Restaurierung verbirgt, meinte Herr Leonhardt, das dem Restaurator die Aufgabe zukommt, das Kulturgut vergangener Zeiten zu pflegen und Schädigungen zu beheben und ihnen auch vorzubeugen. Das Bild des Restaurators habe sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt.

Früher stand die Wiederherstellung und Schadensverhütung im Vordergrund. Heute ist der Restaurator eine hochqualifizierte Person, die das Objekt von der Voruntersuchung, der Analyse und Konzeptentwicklung bis zur Dokumentation und weiterführenden Betreuung begleitet. Die Anforderungen sind stark gestiegen, vor allem im Bereich der wissenschaftlichen Analyse und der Ursachenforschung. Wie uns Herr Leonhardt mitteilte, fehlen noch immer die vom Berufsverband geforderten Rahmenbedingungen, die die Qualitätsansprüche im Umgang mit den Kulturgütern definieren.
Im Zentrum werden verschiedensten Fachbereiche abgedeckt.

So gibt es Restauratoren für Gemälde, Skulpturen, Möbel, Textilien, Stein oder auch für Wandmalereien. Alle sind Mitglieder im Berufs- und Fachverband der Restauratoren (VDR).
Liebe Leser, nehmen sie sich die Zeit und lassen sie sich über die interessante Arbeit informieren. Die nächste Gelegenheit bietet sich, wie erwähnt am 09.09.2012, am Tag des offenen Denkmals. Sie erhalten Kenntnis von einer Arbeit, die oftmals im Verborgenen stattfindet; ohne die aber die Vergangenheit längst nicht so lebendig für uns präsentiert werden könnte.