“Deutschland, seltsames Land”

Am Freitag den 27.09.2014 fand im Rahmen der interkulturellen Woche im Mehrgenerationenhaus am Vinetaplatz eine Lesung statt.

Mitglieder der “Interkulturellen Schreibwerkstatt”, die von der Autorin Karin Braun in Zusammenarbeit mit ProRegio / Kulturdolmetscher ins Leben gerufen wurde, haben sich ihre Gedanken zu dem Thema Deutschland, ihrer neuen Heimat gemacht.

Frau Dickhoff von der Pro Regio gGmbH moderierte die Veranstaltung.interkulturelle schreibwerkstatt

Die Migranten berichteten von ihren ersten Eindrücken, die sie bei ihrer Einreise nach Deutschland bekamen – von dem Leben mit ihren Nachbarn und von dem Unterschied der Kulturen.

Es war für mich sehr erstaunlich, wie die Migranten mein Heimatland erleben. Ich dachte, sie würden über Vieles schimpfen und sich auch über die Dinge, die ich negativ sehe, beschweren. Jedoch weit gefehlt. Im großen und ganzen war es eine Hommage an ihre neue Heimat. Sie bemerkten eine Sauberkeit in den Straßen, die ich nicht sehe. Manche empfinden uns Deutsche als sauber, ordentlich und freundlich. Sie meinen, das sie hier stressfreier leben als in ihren Heimatländern. Die Pünktlichkeit der Deutschen wurde hervorgehoben. Frau Pourzahabi wies auf die Gleichberechtigung der Frauen hin. Das, was wir für selbstverständlich halten, ist in vielen Ländern, darunter auch ihre Heimat Iran, noch lange nicht in Sicht. Dort werden die Gesetze von Männern geschrieben und sie schreiben diese auch fast nur für die Männer. Sie wies auch auf die Pressefreiheit hin, die in vielen Ländern noch Utopie sei.

Ich war sehr froh darüber, dass sich dann doch noch einige Teilnehmer mit Kritik an Ihrer neuen Heimat zu Wort meldeten. Die Deutschen seien sehr reserviert, sie lachen zu wenig; die Respektlosigkeit der Kinder den Älteren gegenüber und es gibt viel zu wenig gutes Wetter.

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